Konferenz der Landeshauptstadt Potsdam und ihrer Partnerstädte
"Strategien für Toleranz und Demokratie; gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit"
Die Landeshauptstadt Potsdam veranstaltete vom 19. bis 21. Februar 2008 im Alten Rathaus Potsdam eine europäische Konferenz mit Vertretern der Potsdamer Partnerstädte zum Thema „Strategien für Toleranz und Demokratie, gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit". An der Konferenz nahmen 20 Akteure aus Verwaltung und Zivilgesellschaft aus den Potsdamer Partnerstädten Bonn, Luzern, Opole und Perugia teil. Ziel der Konferenz war ein europäischer Erfahrungsaustausch über die politischen Rahmenbedingungen für Kommunen und Zivilgesellschaft in den Partnerstädten im Hinblick auf Strategien für Toleranz, Demokratie und Gewaltfreiheit sowie gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, den Aspekt der Migration und Integration als auch der Partizipation von Minderheiten. Im Diskurs über Strukturen und Instrumente der Integrationsarbeit sollten Schwerpunkte erarbeitet sowie Methoden entwickelt werden.
Der Erfahrungsaustausch sollte dazu beitragen, gute Beispiele aus anderen europäischen Staaten in die eigene Arbeit aufzunehmen. Darüber hinaus wurde die Konferenz zum Aufbau von neuen Beziehungen zwischen den Initiativen und Verantwortlichen in den Kommunen genutzt. Die Konferenz reihte sich ein in die Diskussion um die Wiederauflage des Potsdamer Toleranzedikts und in die kontinuierliche Arbeit der Landeshauptstadt im Rahmen von „Potsdam bekennt Farbe" und dem Aktionsplan für Toleranz und Demokratie, gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.

Als Erkenntnis aus dem Erfahrungsaustausch hielten die beteiligten Akteure fest:
- Die Städte sind Wohnort und Heimat für alle ihre Bewohner. Integration funktioniert nur durch die soziale und politische Teilhabe aller.
- Städte sollen ein gewaltfreier Raum sein. Gewalt jeder Art schränkt die Freiheit und die Lebensqualität ihrer Einwohnerinnen und Einwohner ein.
- Nur durch ein offensives Umgehen mit den Problemen in den Städten lassen sich diese auch lösen. Deshalb ist ein offenes und gemeinsames Auftreten der Bürgerschaft gegen Gewalt von zentraler Bedeutung. Dies muss ergänzt werden durch konkrete Hilfs- und Unterstützungsangebote.
- Die Konferenz regt an, dass die Partnerstädte Mitglieder der „Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus" werden.
- Kommunen brauchen innerhalb des Rahmens nationalstaatlicher Gesetze ausreichend Spielräume für eine aktive Integrationsarbeit.
- Anerkennung der Qualifikationen und Bildungsabschlüsse der Zuwanderer und Förderung von Migrantenkindern zu einer guten Ausbildung sind zentrale Voraussetzungen für die soziale und politische Teilhabe.
- Die politische Teilhabe aller Einwohnerinnen und Einwohner erfordert ein Wahlrecht für alle Einwohnerinnen und Einwohner.
- Integration erfordert einen besseren Zugang für Migrantinnen und Migranten als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in öffentlichen Verwaltungen und staatlichen Stellen.
Download: Dokument der Handlungsempfehlung
Veranstaltet wurde die Konferenz von der Landeshauptstadt Potsdam, der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft (BBAG) e.V. und der Friedrich-Ebert-Stiftung. Sie wurde von der Europäischen Kommission und der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.



